Dieses Buch war eine Empfehlung aus dem Newsletter aus „Learning to learn“ von Barbara Oakley. Die andauernde Covid-Pandemie motivierte mich das Buch zu lesen.

In dem Buch wird auf sehr drastische Weise die Geschichte der Ausbrüche von Ebola und deren Bekämpfung beschrieben. Angefangen vom ersten, bekannten Ausbruch in 1976 bis zu dem grossen Ausbruch in 2014 werden anhand von Einzelschicksalen die Entstehung der Verlauf dieser Epidemien geschildert. Mit grossem Mut werden mit einfachen Mitteln die Ausbrüche bekämpft und das bezahlten viele Ärzte und Pflegende mit ihrem Leben. Die in dem Buch beschriebenen Zustände bei der Behandlung sind für uns nur schwer vorstellbar.

Das Buch selbst ist eine spannende Lektüre. Viel wichtiger als das sind jedoch die Lektionen die sich zwischen den Zeilen verbergen und die Fragen die sich mir dabei gestellt haben. Mit Blick auf Covid kann man nur sagen, dass wir bislang einfach sehr, sehr viel Glück gehabt haben.

Hier wurde die Verbreitung durch bestimmte Verhaltensweisen ermöglicht. Die Verteilung erfolgte durch Kontakt mit infizierten Personen, insbesondere durch die Vorbereitung der Toten durch die Angehörigen. Dort, in Zentralafrika war es üblich, nach dem Tod eines Angehörigen sich in dessen Nähe aufzuhalten und diesen zu waschen und intensiv zu reinigen. Ebenso war es nur schwer möglich räumliche Distanz zu waren. Scham und Aberglaube taten ihr übriges um ein effektives Contact-Tracing zu machen. Damals sind Ambulanzen in die Dörfer gefahren und haben erkrankte Personen abgeholt und in Behandlungszentren gebracht. Dazu haben die Helfer ihr Leben riskiert und wurden teilweise dabei angegriffen und ermordet. Man stelle sich vor, ein an Covid erkranktes Familienmitglied wird von vermummten Helfern abgeholt mit der Gewissheit, dass man die Person vermutlich nicht mehr wiedersieht.

Erst als diese Verhaltensmuster sich änderten gingen auch die Infektionen zurück: es gab keine Umarmungen und Handschläge mehr, Tote wurden in schwarzen Leichensäcken begraben ohne Rituale. Nur diese Umstellung half schliesslich die Krankheit unter Kontrolle zu bringen und eine, experimentelle Impfung.

Zusammenfassend blieben für mich diese Punkte im Gedächtnis haften:

  • Aberglaube gibt es in Afrika – nur wir sollten uns hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Diesen ersetzen wir im „Westen“ immer mehr durch Faktenfeindlichkeit und Pseudowissenschaft. Dafür müssen wir uns hüten. Wir kann man denken, dass eine Impfung nicht sicher ist, wenn von 1’000’000 geimpften Personen deren gesundheitlicher Zustand eher schlechter als der Schnitt der Gesellschaft ist nur 300 Personen gröbere Nebenwirkungen haben? Das sind 0.03%.
  • Nur durch eine nachhaltige Änderung unseres Verhaltens können wir Pandemien bekämpfen. Durch das Achten auch Hygiene und Distanz konnten viele Krankheiten vermieden werden – niemand vermisst, die von den Kollegen ins Büro gebrachte Wintergrippe.
  • Wir dürfen nicht naiv sein gegenüber Pandemien. Dies Spanische Grippe ist vielleicht 100 Jahre her. Heute reisen wir viel mehr weil immer mehr Menschen Flugreisen übernehmen. Damit ist das Risiko über Kontinente hinweg Krankheiten zu übertragen wesentlich höher als vor 50 Jahren. Man stelle sich vor, wir hätten uns einen Virus mit einer Magen Darm Grippe eingefangen mit Symptomen wie bei Ebola. Dann hätten wir andere Themen als Datenschutz in der Tracing-App.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich und kann u.a. hier bestellt werden:

https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/ID146794208.html

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