Obwohl seit vielen Jahren an künstlicher Intelligenz geforscht wird, zeichnet sich nun seit ungefähr einem Jahr ab, in welche Richtung dies geht. Die Veröffentlichung von ChatGPT kann gewissermaßen als die Stunde Null des breiten Einsatzes der künstlichen Intelligenz angesehen werden. 2023 wird dafür in die Geschichte eingehen, wie beispielsweise 2007 für Smartphones mit dem Verkauf des iPhones.
Eigentlich ist das Wort Intelligenz in diesem Zusammenhang nicht korrekt, denn eine Intelligenz im Sinne des menschlichen Gehirns gibt es nicht. Die Ausgaben bestehen aus Kalkulationen, die sich auf mehr oder weniger große Datenbanken beziehen, aggregierten Recherchen aus dem Internet und beim Einsatz von sogenannten Plugins aus deren Datenquellen und Funktionen. Ein „Denken“ im menschlichen Sinne findet hier nicht statt. Auch wenn nicht alle Ergebnisse des menschlichen Denkens Sinn ergeben, ist auch hier Vorsicht bei den Ergebnissen geboten, die ausgegeben werden. Teilweise sind diese „konfabuliert“, d.h. nach bestimmten Mustern werden Sätze zusammengesetzt, die keinen Sinn ergeben oder schlimmer noch, wohlformulierte Falschaussagen verbreiten. Daher muss man immer mitdenken, wenn man diese Tools nutzt.
Der eigentliche Durchbruch kam dadurch, dass man – einfach gesagt – Software durch die Eingabe von natürlicher Sprache steuern kann.
Im Folgenden möchte ich auf ein paar Verwendungsmöglichkeiten eingehen.
Reiseplanung
Ich möchte drei Tage nach Bologna fahren und ein Kulturprogramm machen? In wenigen Sekunden erhalten Sie einen Reisevorschlag. Natürlich hängt das Ergebnis davon ab, wie detailliert die Anfrage ist.
Quellcode korrigieren
Das ist die Paradedisziplin der neuen Tools und kostet immer mehr Informatiker ihren Job. Obwohl hinter der Programmierung oft komplexe Gedankengänge stecken, gibt es auch viele Standardroutinen. Diese werden blitzschnell generiert und ausgegeben. So kann die Zeit auf die komplexen Probleme konzentriert werden.
Datenaufbereitung
Man möchte Daten importieren und erhält eine Tabelle mit 1’500 Zeilen. Für den Import müssen alle Zeilen gleich viele Spalten haben. Dies mit einem Texteditor zu machen, ist sehr zeitaufwendig. Diese Aufgabe kann in natürlicher Sprache erledigt werden. Es wird ein Python-Skript erstellt, das die Tabelle Zeile für Zeile überprüft und die falsch formatierten Zeilen anzeigt. Diese können leicht korrigiert werden.
Skripte erstellen
Dies ist eine der einfacheren Übungen für KI-Tools. Viele Skripte können fast ohne Programmierkenntnisse erstellt werden. Ebenso können bestehende Scripte und Programmcode korrigiert, optimiert und erweitert werden.
Standardkorrespondenz erzeugen
Ein Großteil der Korrespondenz ist Standardkorrespondenz, insbesondere in Unternehmen: Zahlungserinnerungen, einfache Pressemitteilungen etc. Diese Korrespondenz kann schnell und in vielen Sprachen erstellt werden. Auch wenn die Ausdrucksweise manchmal nicht ganz passt – es ist schneller, das anzupassen, als die Zahlungserinnerung komplett neu zu schreiben.
Lernen
Eine sehr sinnvolle Anwendung ist es, neue Dinge zu lernen. Was ist eine Bilanz? Wie funktioniert ein Reaktor? Warum fliegen Flugzeuge? Auf diese Fragen gibt es Antworten im gewünschten Detaillierungsgrad. Denn eine der Funktionen ist es, Informationen zu sammeln und in einer sinnvollen Zusammenstellung auszugeben.
Auch zu sehr vielen Fachbüchern gibt es Zusammenfassungen, Podcasts und Videozusammenfassungen. Dies ermöglicht eine wesentlich schnellere Informationsbeschaffung als die herkömmliche Internetrecherche.
Bilder erzeugen
Es ist auch möglich, mit verschiedenen Werkzeugen Bilder auf der Grundlage von Texteingaben zu erzeugen. Das untenstehende Bild wurde auf diese Weise generiert.

Man darf natürlich nicht vergessen, dass es sich hier um eine harmlose Anwendung handelt. Mit dieser Technologie ist es auch heute schon möglich, sehr manipulative Bilder zu erzeugen, die „echt“ aussehen. Wer an dieser Stelle mehr wissen möchte, kann sich mit dem Tool „Midjourney“ beschäftigen. Der Link führt zu einer Seite mit Beispielen.
Erzeugung von Videos
Hier gab eine Preview von Sora von OpenAI einen ersten, fast schon schockierenden Einblick in die Qualität der Generierung von Videos aus Textprompts. Ein Filmstudio in den USA entschied sich daraufhin, eine Investition von mehreren Millionen Dollar zu streichen und stattdessen auf KI in der Filmproduktion zu setzen. Genau genommen ist das dort nichts Neues. Seit Jahren gibt es in Filmen animierte Szenen, vor allem in Actionfilmen.
Hier wird es sicherlich eine große Veränderung und Verlagerung der Ressourcen in der Filmproduktion geben. Aber nicht nur dort. Diese Technologie zeigt am einfachsten die Kombination der Vor- und Nachteile der Technologie. Auf der einen Seite kann man damit einfach neue Lernvideos produzieren, auf der anderen Seite kann man mit Fakes Personen und Gesichter in realitätsnahen Filmen platzieren und sie in Situationen zeigen, in denen sie nicht sein wollen.
Es bleibt abzuwarten, wie dieser Bereich in Zukunft reguliert wird und es wird nicht einfach sein, hier eine Balance zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden.
Auswirkungen im Arbeitsmarkt und Alltag
Über die Auswirkungen des technologischen Fortschritts und insbesondere der Fortschritte in der Informatik gibt es zahlreiche Bücher. Deshalb möchte ich hier nur einige Aspekte herausgreifen.
Nicht ganz unerwartet sind die ersten Opfer auf dem Arbeitsmarkt die Softwareentwickler. Obwohl man meinen könnte, dass IT-Fachkräfte am besten für die digitale Zukunft gerüstet sind, zeigt sich hier eine der Grundlagen der künstlichen Intelligenz: Funktionen, die sich sehr früh in der Evolution herausgebildet haben, sind schwer zu ersetzen, Funktionen, die in der Neuzeit entstanden sind, sind leicht zu ersetzen. Und die Entwicklung von Software hat lange gedauert, um zum Beispiel Angehörige zu pflegen oder auf Bäume zu klettern.
Aber das war erst der Anfang. Bei früheren Fortschritten wanderten die Menschen von der Landwirtschaft in Fabriken und dann in Büros. Im Prinzip bedeutete dies für die Mehrheit einen Fortschritt hin zu geregelteren Arbeitszeiten, Sicherheit und materiellem Wohlstand. Heute arbeiten immer mehr Menschen im Dienstleistungssektor, und dort werden durch die Technologie zwangsläufig Arbeitsplätze wegfallen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich einige Beispiele anführen: Haben Softwareentwickler bisher den Code selbst geschrieben, werden sie in Zukunft mit KI-Unterstützung viel mehr Code schreiben können. Der Beruf wird dadurch nicht verschwinden, aber es werden weniger Menschen für diese Jobs benötigt. Das Gleiche gilt für administrative Tätigkeiten, z.B. Gerichtsurteile recherchieren und zusammenfassen, Rechnungen verbuchen, alles Dinge, die heute schon mit Software schneller erledigt werden können.
Natürlich gibt es auch Berufe, die nicht ersetzt werden können, z.B. in der Pflege, in der Lehre etc. Und es gibt Berufe, die mit Unterstützung von KI und IT bessere Arbeit leisten können. Hier kann man die MedizinerInnen als Beispiel nehmen. Dank der Digitalisierung von Daten muss sich beispielsweise ein Onkologe bei der Dosierung und Auswahl einer Chemotherapie nicht mehr auf seine Erfahrung verlassen. Mit einer großen Datenbasis könnten einfach Empfehlungen für die Auswahl eines geeigneten Medikaments auf Basis des Krankheitsprofils, des Alters des Patienten, der Nebenwirkungen abgeleitet werden. Ähnlich verhält es sich bei der Auswertung von Röntgenbildern. Dort können Hinweise helfen, dass Metastasen nicht übersehen werden, z.B. durch Hinweise aufgrund statistischer Auswertungen, dass aufgrund des Patientenprofils im Bereich XY eine genauere Analyse durchgeführt werden sollte.
Man sieht, dass durch den ergänzenden Einsatz von KI die Arbeitsergebnisse besser werden. Es werden aber auch deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt. Und die große Herausforderung der Zukunft wird sein, wie die Gesellschaften mit dieser Personengruppe umgehen.
Blick in die Zukunft
Wir können nicht in die Zukunft schauen. Vieles wird sich in den nächsten fünf Jahren zeigen und es ist einfach nicht seriös, klare Vorhersagen zu treffen. Wichtig werden aber folgende Punkte sein
Kontrolle: Wer kontrolliert die neuen Möglichkeiten und wie kann Missbrauch verhindert werden?
Ausbildung: Wie können die Menschen fit für die neuen Technologien gemacht werden?
The winner takes it all und Umgang mit sozialer Spaltung: Ein wesentlicher Aspekt des Fortschritts ist, dass immer weniger Menschen immer größere Gewinne erzielen können. Die Mittelschicht schrumpft. Ein kleiner Teil schafft es mit guter Ausbildung und Glück aufzusteigen, aber immer mehr Menschen fallen nach unten aus der Mittelschicht heraus. Entscheidend für die Zukunft wird sein, dass dieser Trend gebremst wird und sich in der Gesellschaft nicht das Gefühl breit macht, vom Fortschritt abgehängt zu sein.
Hinweis: Dieser Text wurde mit DeepL Write korrigiert.
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