Wer die touristische Blase verlassen möchte und ein Stück echtes Japan sehen möchte, der muss gar nicht weit gehen. Die nördlichste Präfektur der Kantoregion bietet einen guten Einblick in das alltägliche Japan. Die Region ist geprägt von Industrie (Hitachi), der Fischerei und der Landwirtschaft. Ebenso gibt es in der Region die nördlichsten Teeplantagen Japans.

Kairakuen (Mito)

Im Zentrum von Mito befindet sich mit dem Kairakuen einer der drei berühmten Gärten Japans neben dem Kenrakuen in Kanazawa und dem Korakuen in Okayama. Der Garten wurde 1842 von Tokugawa Nariaki angelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, was in dieser Zeit nicht üblich war.

Der Garten erstreckt sich über eine Grösse von 13 Hektar und ist bekannt für die zahlreichen Pflaumenbäume, welche zu Beginn des Frühlings eine spektakuläre Ansicht bieten.

Im Zentrum des Gartens gibt es ein traditionelles Teehaus, das als Rückzugsort von Tokugawa Nariaki diente. Es bietet eine wunderbare Aussicht über den Park und den nahen Senba-See.

Hitachi Seaside Park (Hitachinaka)

Beim Hitachi Seaside Park handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz der amerikanischen Streitkräfte der renaturiert und zu einem Park umgebaut wurde.

Bekannt wurde dieser Park durch die saisonalen Bepflanzungen. Im Frühling wird der Hügel im Park komplett mit Nemophilien bepflanzt. Im Herbst wird die Bepflanzung mit Sommerzypressen bepflanzt die sich rot färben.

Innerhalb des Parks gibt es verschiedene Gärten, Buchweizenfelder (typisches Produkt der Region), Essensstände und Cafés. Im Park kann man auch Velos mieten und diesen damit erkunden.

Daigo mit Fukuroda Fällen und Teeplantagen

Wenn man das Japan, abseits der touristischen Ströme kennenlernen möchte, lohnt sich ein Tagesausflug in die Region Daigo. Die Kleinstadt ist ca. 50km nördlich von Mito und am besten mit dem Auto zu erreichen. Man kommt zwar bis Daigo selbst gut mit der Bahn, nur dann werden die Busverbindungen sehr spärlich.

Diese landwirtschaftlich geprägte Region ist dünn besiedelt und man sieht hier den Rückgang der Bevölkerung in Japans und die Auswirkungen, besonders auf ländliche Regionen. Seit Jahren nimmt die Bevölkerung in der Region immer mehr ab. Das zeigt sich verschiedentlich an verlassenen Häusern die man auf der Fahrt sieht. Das stimmt zwar nachdenklich aber es gehört eben auch zu Japan. Und hier hat man die Möglichkeit, das echte Japan kennen zu lernen.

Dazu gehört bereits auf der Fahrt der Stop an einer der japanischen Raststätten (road station). Die japanischen Varianten der Raststätten verfügen immer über blitzsaubere Toiletten, teilweise gratis-Tee und meistens werden dort lokale landwirtschaftliche Produkte und Spezialitäten verkauft. Das ist ein wohltuender Kontrast zu den Raststätten hier in Europa.

Ebenso wird über lokale Ergeignisse informiert, wie hier der Wettbewerb im Apfelschälen.

Nun geht es zum ersten Punkt des Tagesausflugs, den Fukuroda Fällen. Diese Wasserfälle zieren zahlreiche Kalender in Japan und sind sehr gut erschlossen mit breiten Wanderwegen und verschiedenen Aussichtspunkten mit Blick auf den Wasserfall.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Wasserfall gibt es zahlreiche Cafés, Imbissstände und auch Restaurants und Onsen Hotels wo man eine Pause einlegen kann um was zu Essen oder Trinken.

Danach ging die Fahrt weiter zu einer Teeplantage. Seit einem Besuch in 2018 kaufen wir auf den Reisen nach Japan bei der Yoshinari Tea Plantation unseren Tee direkt ein. Diese Gegend ist übrigens die nördlichste Region in Japan in der Tea angebaut wird.

Je nach Jahreszeit kann man dort auch die Verarbeitung des Tees gut sehen. Diese erfolgt weitestgehend automatisiert nach der Ernte. Und mit etwas Glück, hat man die Gelegenheit mit der Eigentümerfamilie der Teeplantage eine Teeprobe durchzuführen. Diese war immer sehr gastfreundlich und hat uns zu unseren Teekäufen noch alle möglichen Geschenke mitgegeben.

Informationen

Anreise:

Die Anreise nach Mito ist einfach mit dem Zug möglich. Es gibt täglich zahlreiche Bahnverbindungen von Tokyo die man sehr gut mit Google Maps recherchieren kann. Sehr empfehlenswert ist die Anreise mit dem Super-Hitachi, dem Direktzug. Dieser fährt zwei Mal in der Stunde von Tokyo nach Mito.

Ab Mito ist es nicht ganz so einfach alle Ziele mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen. Unter Umständen ist es empfehlenswert einen Mietwagen zu nehmen, z.B. von Toyotarent. Die Region ist mit breiten Strassen und nicht allzuviel Verkehr und ausreichend Parkmöglichkeiten gut für den Verkehr erschlossen.

Innerhalb von Mito und näherer Umgebung kann man die lokalen Attraktionen auch mit dem Öffentlichen Verkehr und dem Taxi erkunden.

Übernachten:

Mito: Daiwa Roynet (am Bahnhof)

Daigo: Hier gibt es mehrere Ryokan, insbesondere bei den Fukuroda Wasserfällen

Weiterführende Informationen:

Ibaraki Guide

Daigo Guide

Japan Travel

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