Yik Cheong Komplex und Umgebung
In diesem letzten Text über unsere Tage in Hongkong kombinieren wir zwei Extreme der Stadt: zum einen den Besuch bei den sogenannten Monstermansions und zum anderen das grandiose Panorama des Victoria Harbour.
Hongkong ist weithin bekannt für seinen extrem begrenzten Wohnraum. Das liegt an einer Kombination aus wirtschaftlicher Attraktivität und einer herausfordernden Geografie – ein grosser Teil der Fläche ist gebirgig und steht unter Naturschutz. Wohnraum ist dadurch knapp und teuer. Menschen mit geringem Einkommen können sich teilweise nur kleine Abteile in Gemeinschaftswohnungen leisten. Eine geräumige Drei-Zimmer-Wohnung mit Balkon oder Terrasse gilt hier als purer Luxus und erfordert ein entsprechend hohes Einkommen. Viele müssen ins Umland pendeln, um überhaupt eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Um den wenigen verfügbaren Platz effizient zu nutzen, wurde extrem kompakt gebaut – sichtbar in den berüchtigten Wohnblöcken, die unter dem Namen Monstermansions bekannt wurden. Das bekannteste Beispiel ist das Yik Cheong Building (sowie weitere angrenzende Blöcke) im Viertel Quarry Bay auf Hong Kong Island. Die Gebäude erlangten durch Social Media und Filme grosse Bekanntheit, woraufhin die Bewohner den Innenhof eine Zeit lang für Touristen sperrten. Mittlerweile ist der Zugang wieder möglich – allerdings unter Auflagen.

Von aussen betrachtet wirkt das Gebäude wie ein endloser Teppich aus Fenstern und Balkonen. Im Erdgeschoss befinden sich Cafés, kleine Läden, Coiffeure und Arztpraxen – das Leben ist hier dicht und direkt.





Die Umgebung ist stark geprägt von Einwanderern, die in Hongkong arbeiten. So gibt es zahlreiche indonesische, philippinische und indische Geschäfte. Der lokale Markt vermittelt fast schon eine dörfliche Atmosphäre – ein spannender Kontrast zur urbanen Dichte der Gebäude ringsum.
Victoria Harbour
Ein kurzer Szenenwechsel: Wir verlassen Quarry Bay und fahren Richtung Victoria Harbour. Der Kontrast könnte kaum grösser sein – und das nur wenige U-Bahn-Haltestellen entfernt. Aus kleinen Cafés und Märkten werden glänzende Shoppingcenter, Hochhäuser und Luxushotels.

Mit der Star Ferry setzen wir von Hong Kong Island nach Kowloon über. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, ist aber ein Highlight für sich – günstig, authentisch und mit freiem Blick auf die berühmte Skyline von Hongkong.
In Kowloon angekommen, gönnten wir uns einen klassischen Afternoon Tea – ein Hauch britischer Kulinarik in modernem Ambiente.

Wer das plant, sollte besser hungrig hingehen: Eine lange Abfolge feiner Gerichte wartete auf uns, reichhaltig und überraschend abwechslungsreich. Den letzten „Gang“ liessen wir uns als Dessert für den Abend einpacken.
Ein weiteres Highlight war die Aussichtsterrasse im 50. Stockwerk des Hotels – mit spektakulärem Blick über den gesamten Hafen.

Zum Abschluss des Tages unternahmen wir eine Rundfahrt mit einer traditionellen Dschunke durch den Victoria Harbour. Besonders zur Zeit des Sonnenuntergangs ist diese Fahrt ein schönes Erlebnis – die Stadt wechselt langsam in den Nachtmodus, Lichter spiegeln sich im Wasser und eine ruhige Stimmung legt sich über den Hafen.

Gemächlich geht es mit dem Schiff von Kowloon nach Hongkong Island zurück um noch weitere Passagiere mitzunehmen und weitere eine grosse Runde durch den Hafen.

Unterwegs genossen wir das Panorama in alle Richtungen: der Blick zurück nach Kowloon in der Dämmerung, gegenüber die beleuchtete Skyline von Hong Kong Island – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Zurück in Kowloon konnten wir noch einmal das volle Panorama überblicken – ein eindrucksvoller Abschluss für unsere Reise.

Was bleibt von Hongkong?
Hongkong ist definitiv eine Reise wert. Leider reichte die Zeit nicht, um auch Orte ausserhalb des Zentrums zu erkunden oder eine Wanderung in die umliegenden Berge zu unternehmen. Besonders in Erinnerung bleiben uns das ausgezeichnete Essen, die faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne und die gute Erreichbarkeit aller Sehenswürdigkeiten dank des hervorragend ausgebauten öffentlichen Verkehrs.
Informationen
Reisezeit: Hongkong kann gute das ganze Jahr bereist werden. Achten sollte man lediglich auf die Taifunsaison (Juli bis Oktober), da diese zu erheblichen Einschränkungen führen kann.
Transport: Der öffentliche Nahverkehr ist sehr gut ausgebaut. Bezahlt werden kann mit der Mastercard an den Zahlschranken der Ein- und Ausgänge in den Bahnhöfen und Bussen. Vom Flughafen in die Stadt kommt man am besten mit dem Airport Express.
Internet: Es empfiehlt sich vorab um eine e-sim zu kümmern, z.B. über die Airalo. Diese lassen sich über die dazugehörige App einfach kaufen. Danach kann man mit dem Smartphone einfach durch den Stadtdschungel navigieren.
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