Ankunft von Hongkong

Home sweet home – nach den spannenden Tagen in Hongkong ging unsere Reise weiter nach Japan. Im Vergleich zu Hongkong wirkte Japan deutlich geordneter und ruhiger. Ein kleines, aber eindrückliches Beispiel dafür war die Schublade mit Tee und Kaffee in unserem Hotelzimmer: Die Utensilien waren so sorgfältig arrangiert, als hätte jemand einen Zen-Garten in Miniaturformat gestaltet.

Kaffee und Tee im Hotel Mercure
Mercure Hotel Tokyo Haneda

Natürlich gehört für uns zum Ausklang eines Abends auch der Besuch im Konbini dazu – um noch ein Dessert zu holen oder ein letztes Getränk für den Tag. Diese kleinen Convenience Stores verdienen eigentlich einen eigenen Beitrag, denn sie sind echte Alleskönner: offen rund um die Uhr und vollgepackt mit allem, was man zum Überleben braucht – und noch viel mehr.

Am nächsten Morgen machten wir einen Zwischenstopp in Hitachinaka – dem Ort, in dem unsere Verwandten wohnen. Gemeinsam mit der Familie stand ein Ausflug nach Nasu-Shiobara auf dem Programm.

Fahrt von Ibaraki nach Nasu Shiobara

Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Nasu-Shiobara – einem Ferienort in der Präfektur Tochigi, ganz in der Nähe des Nasu-Vulkangebirges. Die Region ist bekannt für ihre Onsen, Wintersportmöglichkeiten und die beeindruckende Natur. Besonders praktisch: Nasu-Shiobara verfügt über eine Haltestelle des Tohoku Shinkansen – so ist man von Tokio aus in nur etwa 75 Minuten mitten in der Idylle.

Auf dem Weg nach Nasu durch Ibaraki
Typische japanische Stadt

Unser Weg nach Nasu führte uns aus der Präfektur Ibaraki dorthin. Auch wenn diese Region in Japan eher weniger bekannt ist, entdeckten wir unterwegs doch einige sehenswerte Orte, die die Fahrt überraschend abwechslungsreich machten.

Unganji Tempel

Kurz nach der Grenze zur Präfektur Tochigi erreichten wir den Unganji Tempel. Der Tempel gehört zur Tradition des Zen-Buddhismus und wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet. Besonders im 13. Jahrhundert entwickelte er sich zu einem bedeutenden Ausbildungszentrum für Zen-Praktizierende – mit zeitweise über 3000 Schülern auf dem Gelände.

Heute kann man die Tempelanlage besichtigen, die malerisch in die Natur eingebettet ist. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, gelangten wir durch das eindrucksvolle Tor auf das Gelände des Tempels. Dort stehen das Wohnhaus des Abtes und die Haupthalle – beide schlicht, aber würdevoll in ihrer Ausstrahlung.

Für uns ist der Tempel ein schönes Beispiel dafür, dass man in Japan auch abseits der bekannten Touristenrouten wunderbare Orte entdecken kann, die definitiv einen Besuch wert sind.

Nasu Shiobara – Ferienhaus

In Nasu-Shiobara entschieden wir uns für eine Übernachtung in einem grossen Ferienhaus bei Towa Pure Cottages, direkt neben dem Nasu Highland Park. Die Anlage bietet sowohl Campingmöglichkeiten als auch Ferienhäuser in verschiedenen Grössen – ideal für Familien oder Gruppen, die Natur und Freizeitparks verbinden möchten.

Zum Abendessen genossen wir einen klassischen Shabu-Shabu Hotpot im hauseigenen Restaurant – perfekt, um sich nach einem langen Tag aufzuwärmen. Zum Abschluss des Tages grillierten wir noch Marshmallows im Schwedenofen – ein gemütlicher Ausklang.

Wir vermuten oft, das Leben sei sehr anders, inbesondere in Japan. Das stimmt jedoch nur bedingt. Das Essen ist anders und statt Fussball kommt Sumo-Ringen im Fernsehen. Im Prinzip ist der Alltag und was die Leute machen sehr ähnlich wie bei uns. Das sieht man jedoch erst, wenn man die Möglichkeit hat, in den Familienalltag einzutauchen.

Killing Stone

Am nächsten Tag nahmen wir uns Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Unser Ziel war der sogenannte „Killing Stone“, auf Japanisch Sesshōseki. Dieser geheimnisvolle Ort verdankt seinen Namen einer alten Legende, die bis in die Heian-Zeit zurückreicht.

Der Legende nach handelt es sich bei dem Stein um den verwandelten Leib von Tamamo-no-Mae – einer wunderschönen Hofdame, die in Wahrheit ein mächtiger neunschwänziger Fuchsgeist gewesen sein soll. Sie habe einflussreiche Männer manipuliert und schliesslich sogar den Kaiser Toba vergiftet. Nachdem sie enttarnt wurde, floh sie nach Nasu, wo sie getötet wurde. Ihr böser Geist soll sich in den „Killing Stone“ verwandelt haben – und seither, so sagt man, tötet der Stein alles, was sich ihm nähert. Kein Wunder also, dass dieser Ort in der Edo-Zeit als verflucht galt.

Spannend dabei: Im Jahr 2022 ist der Stein plötzlich und ohne äusseren Einfluss in zwei Teile zerbrochen. Das sorgte in Japan für viel Aufsehen – einige sahen darin ein böses Omen, andere eher den symbolischen Bruch mit alten Ängsten. Heute kann man beide Hälften des Steins besichtigen – umgeben von dampfenden Quellen.

Heute ist der Killing Stone ein beliebtes Ausflugsziel. Über Holzstege können wir den mystischen Ort ganz nah erkunden, ohne den dampfenden Boden zu betreten. Direkt daneben befindet sich ein kleiner Schrein, den viele aufsuchen, um für Schutz und spirituelle Reinigung zu beten – eine stille Erinnerung daran, wie tief Mythos und Alltag in Japan miteinander verbunden sind.

Tsutuji Suspension Bridge

Ein weiterer lohnenswerter Stopp auf unserer Route war die Tsutsuji Suspension Bridge. Diese 130 Meter lange und 38 Meter hohe Hängebrücke bietet beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Sie ist Teil eines grösseren Netzwerks von Wanderwegen, das durch Wälder und Hügel führt. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, folgten wir einem landschaftlich besonders schönen Pfad – ideal, um die Natur in aller Ruhe zu geniessen.

Bekannt ist die Gegend vor allem für die leuchtende Azaleenblüte im Frühjahr und die farbenfrohe Herbstfärbung der Laubwälder. Beides blieb uns im November leider verwehrt – dennoch war es eine wunderschöne Wanderung durch die ruhige Natur. Von der Brücke aus hatten wir eine wirklich beeindruckende Aussicht auf die Umgebung. Besonders faszinierend: Unterhalb der modernen Hängebrücke entdeckten wir noch eine alte, mittlerweile vom Bambus überwucherte Steinbrücke, die heute fast märchenhaft wirkt.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Nasu

Das war nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Orte, die man in dieser Region entdecken kann. Es gibt noch zahlreiche Museen, charmante Cafés, eindrucksvolle Landschaften und ein weit verzweigtes Netz an Wanderwegen. Für uns ist klar: Nasu-Shiobara ist eine wunderschöne Gegend – ruhig, vielfältig und authentisch. Wer das echte Japan abseits der grossen Touristenpfade erleben möchte, ist hier genau richtig.

Bekannt ist die Region auch für die Onsen. Um diese zu besuchen, fehlte uns leider die Zeit. Beim nächsten Besuch der Region werden wir das sicher einplanen.

Mount Nantai

Die Anreise geht einfach von Tokyo mit dem Shinkansen. Es empfiehlt sich jedoch, vor Ort einen Mietwagen zu nehmen.

Weitere Informationen: Nasushiobara Tourism bureau, Visit Tochigi

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