Warum nach Fukuoka?

Nach der Rundreise in China ging es weiter nach Fukuoka in Kyushu. Für mich war es der erste Besuch in dieser Region Japans. Neben der Möglichkeit, von Fukuoka aus Kyushu einfach zu bereisen, findet dort auch der Sprachkurs statt, den ich gebucht hatte. Nachdem ich einige Jahre eher planlos nebenher gelernt hatte, entschloss ich mich, einen Kurs zu buchen. Rückblickend war das auch genau die richtige Entscheidung.

Wahl der Unterkunft

Um im Alltag wenig Zeit zu verlieren, hatte ich mir ein Studio über Airbnb gemietet, in Gehweite des Bahnhofs Hakata; dort befindet sich auch die Sprachschule. Die Anreise zu den wichtigen Punkten ist in Fukuoka (Hakata) ziemlich einfach. Der Flughafen liegt im Stadtzentrum, und das Zentrum Hakata ist von diesem in wenigen Minuten per U-Bahn zu erreichen. Und für Wochenendausflüge komme ich einfach vom Bahnhof in Hakata überall hin.

Bei einem Sprachkurs stellt sich natürlich die Frage, warum keine Gastfamilie? In der Vergangenheit hatte ich mich für Gastfamilien entschieden, aber der Nutzen für das Sprachenlernen hielt sich in Grenzen. Die Familien sind meistens sehr beschäftigt, und man läuft quasi nebenher. Zudem sollte man die Unterschiede in der Lebensweise und die Bauweise der Häuser nicht unterschätzen. Die meisten Gebäude sind sehr hellhörig, und die Privatsphäre hält sich in Grenzen. Mir war es wichtig, auch Zeit für mich zu haben und einfach unabhängig zu sein. Das war jedenfalls mein persönlicher Wunsch und mag nicht für alle zutreffen.

Sprachschule

Vorgängig habe ich eine umfangreiche Suche nach Sprachschulen unternommen. Es gibt in Japan überwiegend Sprachschulen, die auf den vollständigen Erwerb der Sprache über 6-18 Monate hinarbeiten. Diese richten sich in erster Linie an Personen, die dort arbeiten möchten. Reine Ferienkurse wie in Frankreich, Spanien etc. gibt es nicht so viele. Meine Wahl fiel dann auf JALS Fukuoka. Für Fukuoka habe ich mich entschieden, weil das ein Ort ist, den ich noch nicht kannte.

Das war eine wirklich gute Entscheidung. Der Unterricht war an der Sprachschule sehr gut konzipiert und organisiert. Es gab keinen Leerlauf, die Lehrerinnen haben sich untereinander ausgetauscht und einen lebendigen sowie interaktiven Unterricht gestaltet. Dazu hatte ich noch Glück, dass die weitere Person aus meiner „Gruppe“ dem Unterricht fernblieb und ich so die erste Woche Einzelunterricht hatte.

Zusätzlich zum Unterricht gab es regelmäßige Aktivitäten wie Karaoke, Museumsbesuche, Teekurse oder Ausflüge. Beim Karaoke hat sich gezeigt, dass Übung den Meister macht. Da waren die Leute aus den anderen asiatischen Ländern schon wirklich gut.

Wer sich für einen Sprachkurs interessiert, sollte jedoch bedenken, dass man vorher Hiragana und am besten auch Katakana lesen und schreiben können sollte. Mich hat das zuerst verwundert, aber eigentlich ist es klar – wenn ich nicht in unserem Alphabet Buchstaben schreiben und lesen kann, dann wird auch hier ein Sprachkurs schwierig.

Freizeit in Fukuoka

Da der Sprachkurs überwiegend am Vormittag war, gab es auch Zeit, Fukuoka zu entdecken. In der Zeit war ich jedoch nicht an sehr vielen verschiedenen Orten. Ein paar Orte, die ich besucht habe, möchte ich hier noch vorstellen.

Eine interessante Möglichkeit, sich fortzubewegen, sind die Charichari Velos. Die App kann man im CH Appstore installieren. Für die Anmeldung muss man lediglich den SMS-Empfang aktivieren, um das abzuschließen. Danach kann man die Velos über die App suchen und mit ihnen die Stadt erkunden. Im Vergleich zu Diensten wie Lime etc. muss man die Velos allerdings an gekennzeichnete Stellen zurückbringen. Gefahren wird in Japan in den Städten meistens auf dem Trottoir. Die Fahrtrichtung ist auch egal; man sollte einfach vorsichtig fahren.

Mehrmals war ich im Ohori Park, der mir sehr gefallen hat. Dieser ist in wenigen Minuten von Hakata Station erreichbar. Die U-Bahn kann auch mit Kreditkarten genutzt werden. Dabei werden automatisch nur die ersten drei Fahrten (JPY 640) berechnet, weitere sind kostenfrei.

Der Park ist um einen See angelegt, der in der Mitte über Brücken und verschiedene Inseln durchquert werden kann. Die Wege um den See sind ein beliebtest Ziel für Spaziergänge, Joggen und Velofahren.

Ebenso gibt es verschiedene Cafés, wie das &LOCALS, das mir am besten gefallen hat, wegen des Angebots an traditionellen Speisen. Im Foto ist ein Setmenu mit Matcha, Grünte Glacé und einer Waffel mit Rotebohnenpaste.

Direkt neben dem Parkt gibt es einen traditionellen japanischen Garten. Dieser kann für gegen Entgelt besucht werden und bietet an wenigen Tagen die Möglichkeit, eine traditionelle Teezeremonie mitzumachen.

Wer etwas mehr „Action“ möchte, dem ist ein Besuch von Tenjin zu empfehlen. Dort sind zahllose Shoppingcenter, das Nachtleben mit Bars, Essenständen etc. zu finden. In Hakata gibt es noch „Canal City“, ein Shoppingcenter im abendlichen Shows im Innenhof.

Zwischendrin, wie eine kleine Oase der Ruhe, gibt es einen Schrein. Und was in Fukuoka auch nicht fehlen darf, Tonkotsu Ramen – die lokale Spezialität.

Darüber hinaus gibt es in Fukuoka noch zahlreiche Museen, Konzerthallen, Schreine und Tempel. Das hier war lediglich ein kleiner Einblick, der Lust auf mehr machen soll. Fukuoka ist kein kleines Tokyo sondern hat seinen ganz eigenen Flair, geprägt von den regionalen Besonderheiten in Kyushu, übersichtlicher und viel lebhafter.

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